Der Traum ein Leben

2022

Der Traum ein Leben

Frei nach Franz Grillparzer in einer Bearbeitung von Gertrude Tartarotti

Grillparzers “dramatisches Märchen“ gilt allgemein als Loblied auf den biedermeierlichen Rückzug in die häusliche Idylle. Der junge Rustan will ausbrechen aus dieser Enge, die ländliche Ruhe bei Braut und Onkel verlassen und sich in der Welt erproben. In der Nacht vor seinem Aufbruch hat er einen Alptraum: Durch eine Heldentat – die gar nicht er vollbracht hat – wird er mit Ruhm und Macht überhäuft. Doch er verstrickt sich in Lügen, Schuld, sogar Mord. Als ihm nur der Tod als Ausweg bleibt, erwacht er. Unendlich erleichtert, dass er noch in Sicherheit ist, gibt er alle Pläne auf und will nun das kleine Glück bei seinen Lieben finden.

Alles gut? Oder ein eher fragwürdiges Happyend? In dieser Geschichte wird ein junger Mensch um seinen Lebensweg gebracht. Die freie Entscheidung wird ihm durch anerzogene und suggerierte Ängste genommen. Diese Ängste kumulieren in einem Alptraum, der seinen Freiheitstraum beendet. Das ist kein Happyend, sondern eine persönliche Katastrophe.

Dasselbe gilt, wenn es einer jungen Frau passiert. In unserer Fassung strebt die im Original sanfte, fügsame Mirza in die Ferne, und Rustan will sie zu Hause halten. Auch die sie umgebenden Figuren „wechseln das Geschlecht“, der Onkel ist eine Tante, Zanga ist eine Sklavin etc. Es entsteht eine andere Spannung: Wie erlebt eine junge Frau dieses Schicksal? Wie schaut bei ihr der Alptraum aus? Wie wird sie danach weiterhandeln? Und JA! Es darf und soll also auch gelacht werden!

Intendanz: Christine Kolbábek

Bearbeitung & Regie: Gertrude Tartarotti

Produktionsleitung: Elisabeth Rössler

Es spielten: Theophanu Aigner, Sabrina Bartl, Raffael Klausner, Emilia Kurka, Annette Lammer, Lukas Meier, Michael Meier, Alice Rabl, Isabell Riedl, Annemarie Schwarz